Porsche Vorteile

Vorteile

Die elf wichtigsten und innovativsten Bauteile im neuen Porsche Taycan.
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Lesedauer: 7 min
07.11.2019

Für maximale Leistung und Effizienz sind Dr?hte eckig und Rekuperationsstrategien flexibel. Für h?chste Sicherheit sorgen Waben und ein komplex geformter Stahltr?ger ohne Schwei?naht. Einsichten in den Taycan: Elf Bauteile, elf Erkl?rungen, elf Innovationen.

ADVANCED CLIMATE CONTROL
Auf den ersten Blick sind die Luftausstr?mer im Taycan ein R?tsel: Es fehlen die vertrauten Lamellen. Trotzdem lassen sich die Luftstr?me wie gewohnt in jede gewünschte Richtung leiten. Sie setzen sich aus jeweils vier einzelnen Str?men zusammen, die sich überkreuzen. Sind sie gleich stark, str?mt die Luft geradeaus in den Innenraum. Wenn nicht, setzt sich die Richtung des st?rksten Stroms durch. Dieses ?Advanced Climate Control“-System ist eine Weltneuheit, die mit den beiden vollautomatischen Modi ?Fokus“ für eine direkte und ?Diffus“ für eine zugfreie Klimatisierung sorgt. Im Modus ?Individual“ kann jeder Ausstr?mer einzeln gesteuert werden, eigene Presets lassen sich speichern.

FUSSGARAGE
Tiefer Schwerpunkt, h?here Fahrdynamik – dieser Logik folgt auch der Taycan. Den Effekt haben die Porsche-Entwickler nicht zuletzt den im Fahrzeug weit unten angeordneten Performancebatterien Plus zu verdanken. Somit liegt der Taycan auch mit vier oder fünf Personen an Bord wie ein Brett auf der Stra?e. Dass auch die Fond-Passagiere in den Genuss einer tieferen Sitzposition und von mehr Beinfreiheit kommen, erm?glicht die sogenannte Fu?garage – eine Aussparung in der Batterie im hinteren Unterboden.

THERMO-GLASDACH
Der Taycan wird optional mit einem gro?en Panorama- Glasdach angeboten, das mit rund einem Quadratmeter Durchsichtsfl?che und maximaler Kopffreiheit für ein angenehmes Raumgefühl sorgt. Ein Sonnenschutzrollo gibt es nicht, da die Thermo-Eigenschaften des Glases (IR-Schutz und Low-Emissivity-Beschichtung) die Passagiere vor grellem Licht und ermüdendem Hitzestau schützt. Das Thermoglas ist ein Allesk?nner: Es filtert die UV-Strahlung komplett, reduziert die Infrarotstrahlung deutlich und hat eine hohe ger?uschd?mmende Wirkung. Das Neue daran ist die mehrfache Isolation und Beschichtung zum Fahrgastraum hin. Sie sorgt dafür, dass bei W?rme und bei K?lte auch in Glasn?he die Temperatur so wie im restlichen Innenraum wahrgenommen wird.

HV-BOOSTER
Dank seiner 800-Volt-Technologie ist der Taycan dafür ausgelegt, an 350-kW-High-Performance-Stationen zu laden – und das so schnell wie kein anderes rein elektrisch angetriebenes Fahrzeug. Die Ladezeit für fünf bis 80 Prozent SoC (State of Charge / Batterieladung) betr?gt 22,5 Minuten, die maximale Ladeleistung (Peak) bis zu 270 kW. Durch den neu entwickelten HV-Booster ist es m?glich, den Taycan auch an 400-Volt-DC-Lades?ulen mit bis zu 150 kW zu laden. Porsche hat es geschafft, mit einer erstmals im Automobilbereich eingesetzten Technologie eine vielfach h?here Leistungsdichte zu erzielen als mit heute üblichen DC / DC-Wandlern.

SEITENSCHWELLER
Im Mittelalter lie?en Trutzburgen Gegner verzweifeln. Hatten sie eine Mauer mühsam überwunden, erwartete sie dahinter die n?chste. Genau diesem Prinzip folgt der ?u?ere Seitenschwellerbereich des Taycan. Er besteht unter der ?u?ersten Stahlblechlage aus einem Aluminium-Wabenprofil, das die Passagiere wie eine Burg schützt. Die Fertigungsmethode: Hei?es Aluminium wird durch eine hochfeste Schablone wie durch ein Sieb in eine Multi-Wabenform gedrückt. So entsteht das sogenannte Strangpressprofil für mehr Sicherheit.

PORSCHE STABILITY MANAGEMENT-MODUL
ELEKTROMECHANISCHER BREMSKRAFTVERST?RKER
Mit Aufkommen der E-Mobilit?t gewinnt ein Begriff an Bedeutung: Rekuperation, also die Rückgewinnung von Energie w?hrend der Fahrt. Was sonst als W?rme beim Bremsen umgesetzt wird oder im Verbrenner-Schubbetrieb verpufft, l?dt nun die Batterie. Bei der herk?mmlichen ?One Pedal“-Technik setzt die Rekuperation beim Zurücknehmen des Fahrpedals ein. Im Taycan ist das anders. Hier entscheidet der Fahrer, ob der Porsche beim L?sen des Fahrpedals maximal effizient ?segelt“ und die Rekuperation erst mit dem Tritt auf die Bremse einsetzt; erst bei voll ausgesch?pfter elektrischer Bremswirkung kommt die Reibbremse dazu. Oder ob der Taycan moderat Energie rückgewinnt, sobald der Fahrer mit dem rechten Fu? ?vom Gas geht“ – mit einem Gefühl wie die Motorbremse eines klassischen Verbrenners. Koordiniert wird die Rekuperation in einem bekannten Bauteil: dem Porsche Stability Management (PSM), das für die Erfordernisse der Elektromobilit?t aufgerüstet wurde und gemeinsam mit dem elektromechanischen Bremskraftverst?rker dafür sorgt, dass der Taycan immer den gleichen Druckpunkt im Bremspedal hat, egal wie stark er gerade Energie rückgewinnt. Und das ist nicht ohne, denn das k?nnen bis zu 265 kW sein – bei jeder Bremsung. Im Alltag oder auf der Rundstrecke.

ZWEI-GANG-GETRIEBE
Seine Kraft an die Hinterr?der übertr?gt der Taycan über ein Zwei-Gang-Getriebe – eine Innovation bei Elektrofahrzeugen. Der erste Gang ist extrem kurz ausgelegt. Eine Radumdrehung entspricht 15 Umdrehungen der E-Maschine. So entsteht ein maximales Drehmoment für eine überragende Beschleunigung in den Modi ?Sport“ und ?Sport Plus“, gekoppelt mit Launch Control. Der zweite Gang dagegen ist deutlich l?nger übersetzt – und treibt den Taycan auf Hochgeschwindigkeit. Das Verh?ltnis von Rad- und Maschinenumdrehung betr?gt dann nur noch eins zu acht. Der Clou der neuen Schaltbox: Zwei nacheinander ?ffnende und zupackende Kupplungen (eine mit Klauen, eine mit Lamellen) erm?glichen den Schaltvorgang ohne jede Zugkraftunterbrechung – ein Effekt, wie man ihn vom Porsche Doppelkupplungsgetriebe (PDK) kennt.

STIRNWANDQUERTR?GER
Was kann an einem Stahlprofil schon besonders sein? Im Taycan steckt hinter dem Cockpit ein Quertr?ger auf voller Fahrzeugbreite, der nahtlos gefertigt ist und trotzdem verschiedene Querschnitte aufweist. So etwas würde man eigentlich aus zwei Pressteilen herstellen oder biegen und dann verschwei?en. Für den Taycan wird ein Rohr in hei?em Zustand in eine Haltevorrichtung gelegt und von einer Form umschlossen. Dann werden ein technisches Gas sowie Wasser mit Druck in das hohle Stahlprofil gepumpt. Es dehnt sich aus und nimmt die Form der umgebenden Schale an. Vorteile: weniger Arbeitsschritte in der Produktion bei h?herer Stabilit?t des Bauteils.

LADEANSCHLUSS UND HOCHVOLTVERKABELUNG
Flexibilit?t ist alles. Die Ladedose gibt es beim Taycan gleich zweimal – einmal auf der Fahrerseite für AC- und auf der Beifahrerseite für AC- und DC-Laden. Versteckt ist die Ladedose jeweils im Kotflügel vorne rechts und links hinter einer Ladeklappe. Diese gibt es im Taycan Turbo optional und im Taycan Turbo S serienm??ig als elektrische Ladeklappe.

STATOR MIT HAIRPIN-TECHNOLOGIE
Jede Elektromaschine besteht aus einem drehenden Rotor und einem festen, nicht beweglichen Stator mit gewickeltem, isoliertem Kupferdraht. Bisher gleichen solche Wicklungen eher wüst aufgerollten Kabeltrommeln. Bei der Hairpin-Technologie von Porsche geht es geordnet zu. Dünne Kupferprofilstr?nge, die an Haarnadeln erinnern, fügen sich zu praktisch lückenlosen Wicklungen. Das Ergebnis ist ein kompakter E-Motor mit weniger Gewicht sowie ein stark erh?hter Kupferanteil im Stator – und damit eine verbesserte W?rmeableitung und ein h?herer Wirkungsgrad für mehr Reichweite und dauerhafte Leistung.